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News der Abteilung Volkswirtschafts­lehre

News aus dem Jahr 2024

  • Mannheimer Ökonomin Prof. Michèle Tertilt, Ph.D. erhält den Birgit-Grodal Preis 2024

    Professorin Michèle Tertilt, Ph.D. erhält als erste Deutsche den Birgit-Grodal Preis der European Economic Association (EEA) für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Makro- und Entwicklungs­ökonomie sowie der Familien-Ökonomie.
     

    Die EEA würdigt damit Tertilt als eine Pionierin auf dem Gebiet der Familienmakroökonomie, einem Forschungs­bereich, der die Aus­wirkungen wirtschaft­licher Interaktionen innerhalb von Familienhaushalten untersucht. Gegenstand der Forschung ist zum Beispiel wie Fertilität, häusliche Produktion und Arbeits­teilung durch wirtschaft­liche Anreize, Märkte und Institutionen beeinflusst werden. Tertilts Forschung hat unter anderem zu einem besseren Verständnis beigetragen, wie sich familiäre Themen wie Heirat, Nachwuchs und Frauenrechte auf das staatliche Wirtschafts­wachstum und den Konjunktur­zyklus auswirken. Sie hat zudem grundlegende Beiträge in den Bereichen Entwicklungs­ökonomie und Haushalts­finanzen geleistet.

    „Michèle Tertilt ist eine führende Makroökonomin, die geprägt hat, wie Ökonom*innen über die Familie und die Makroökonomie denken. Unter anderem in ihrer Funktion als Mit-Herausgeberin der Review of Economic Studies und als Betreuerin einer langen Liste von Doktorand*innen hat sie sich außerdem um den Berufsstand verdient gemacht“, so die Begründung die Jury.

    Drei von Tertilts Arbeiten veranschaulichen ihre neuartige Anwendung der Wirtschafts­theorie auf die Makroökonomie der Familie. In der Arbeit Polygyny, Fertility and Savings (Vielehe, Fruchtbarkeit und Sparen) untersucht sie beispielsweise die wirtschaft­lichen Aus­wirkungen von Vielehe in Afrika südlich der Sahara.

    In ihrer Arbeit Women’s Liberation: What's in It for Men? (Die Befreiung der Frauen: Was haben die Männer davon?) analysieren Tertilt und ihr Co-Autor Prof. Matthias Doepke die Wechsel­wirkungen zwischen wirtschaft­lichem Wachstum und der Stärkung der Frauenrechte. Und in der Veröffentlichung An Equilibrium Model of the African HIV/AIDS Epidemic (Ein Gleichgewichts­modell der afrikanischen HIV/AIDS-Epidemie) zeigt sie, dass ökonomische Methoden auch auf ansteckende Krankheiten wie AIDS anwendbar sind.
     

    Zur Person

    Michèle Tertilt ist seit 2010 VWL-Professorin an der Universität Mannheim. Für ihr Projekt Gender Differences: A Macroeconomic Perspective erhielt sie 2012 einen Starting Grant des Europäischen Forschungs­rates ERC. 2013 wurde sie – als erste*r in Deutschland lehr­ende*r Wissenschaft­ler*in überhaupt – in das Herausgebergremium des Review of Economic Studies berufen, eine der fünf weltweit führenden Zeitschriften der Wirtschafts­wissenschaften. Und im selben Jahr wurde ihr als erste Frau der angesehene Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik verliehen.

    2017 erhielt Tertilt als zweite deutsche Wissenschaft­lerin den Yrjö Jahnsson Award, eine Ehrung der besten europäischen Ökonom*innen. 2019 wurde sie mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet, Deutschlands wichtigstem Forschungs­förderpreis.
     

    Zum Preis

    Der Birgit-Grodal-Preis wurde 2010 gestiftet, um in Europa tätige Wirtschafts­wissenschaft­lerinnen zu würdigen. Der Preis ist nach Birgit Grodal benannt, der ersten Frau, die zur Präsidentin der EEA gewählt wurde. Er wird alle zwei Jahre verliehen.
     

    Zur Pressemitteilung der EEA: https://www.eeassoc.org/awards/birgit-grodal-award

News aus dem Jahr 2023

  • Bachelor- und Master­studien­gang VWL erneut ohne Auflagen und Empfehlungen reakkreditiert

    Kurz vor Weihnachten erhielt die Mannheimer Abteilung Volkswirtschafts­lehre vom Akkreditierungs­rat die Nachricht, dass ihr Bachelor- und Master­studien­gang für weitere acht Jahre reakkreditiert sind. Besonders erfreulich: Bereits zum dritten Mal in Folge gelang die externe Begutachtung ohne Auflage und zum zweiten Mal in Folge ohne Empfehlung der Akkreditierungs­instanz für weitere Verbesserungen, ein beeindruckender Nachweis der konstant hohen Ausbildungs­qualität.

    Der volkswirtschaft­liche Bachelor- und Master­studien­gang sind erstmals im Frühjahrssemester 2011 ohne Auflagen akkreditiert worden. Das erste Reakkreditierungs­verfahren für beide Studien­gänge wurde im Frühjahrssemester 2016 durchlaufen. Die damals zuständige Akkreditierungs­kommission von evalag (Evaluations­agentur Baden-Württemberg) reakkreditierte beide Studien­gänge im Februar 2017 ohne Auflagen und ohne Empfehlungen. Es handelte sich um das erste Akkreditierungs­verfahren in der Geschichte der evalag und an der Universität Mannheim, in dem weder eine Auflage noch eine Empfehlung für weitere Verbesserungen ausgesprochen wurde. Das zweite Reakkreditierungs­verfahren fand im Frühjahrssemester 2023 statt.


    Zitate aus dem Resümee der Gutachter­gruppe 2023:

    „… Die Gutachter:innen konnten sich im Rahmen der Begehung von dem sehr großen Engagement der Abteilung Volkswirtschafts­lehre für eine umfassende und fundierte Ausbildung der Studierenden auf sehr hohem Niveau überzeugen. Es handelt sich nach Einschätzung der Gutachter:innen um ein besonders attraktives Studien­gangs­konzept, dessen ausgeprägte Möglichkeiten zur individuellen Schwerpunktsetzung und Profilbildung beeindrucken.“

    „… Das Studien­gangs­konzept ist nach Ansicht der Gutachter:innen sehr überzeugend und wohldurchdacht. Der Bachelor­studien­gang Volkswirtschafts­lehre bietet den Studierenden eine große Flexibilität und viele Freiräume für ein selbstgestaltetes Studium. Die Wissenschaft­ler:innen der Abteilung Volkswirtschafts­lehre sind auf ihrem Gebiet hervorragend ausgewiesen, um Studierende an forschungs­nahe Themen heranzuführen. Besonders lobend hervorzuheben sind die umfangreichen Kooperationen, die in Kombination mit der hohen fach­lichen Reputation der Professor:innen für eine sehr gute Ausbildung mit hohem Anwendungs- und Praxisbezug sorgen. Darüber hinaus haben die Studierenden attraktive Möglichkeiten Kursangebote anderer namhafter Universitäten wahrzunehmen und ECTS-Leistungs­punkte für ihr Studium in Mannheim zu erwerben.“

    „… Die Ausstattung mit Lehr­personal, Räumlichkeiten sowie Bibliotheksressourcen bewerten die Gutachter:innen als exzellent. Die Universität Mannheim überzeugt zudem durch ein ausgereiftes Qualitäts­management­system … In der Gesamtschau bewerten die Gutachter:innen den Studien­gang als sehr positiv.“
     

    Seit Umsetzung des Bolognaprozesses werden die Studien­gänge in Deutschland regelmäßig von externen Agenturen einer Über­prüfung unterzogen. Die Akkreditierung (erstmalige Prüfung) beziehungs­weise Reakkreditierung (zunächst im Abstand von fünf bis sieben, aktuell acht Jahren) ist Voraussetzung für die staatliche Genehmigung von Bachelor- und Master­studien­gängen. Dabei wird neben der Qualität der Ausbildung auch überprüft, ob die formalen Vorgaben der Kultus­ministerkonferenz (KMK) sowie europäische Standards eingehalten werden.

  • Prof. Arthur Seibold, Ph.D. gehört zu den „Top 40 unter 40“ in Deutschland

    Das Wirtschafts­magazin Capital hat die 40 größten Talente unter 40 Jahren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ausgezeichnet


    Prof. Arthur Seibold, Ph.D., Juniorprofessor für Finanz­wissenschaft an der Mannheimer Abteilung Volkswirtschafts­lehre, leistet mit seiner Forschung zur Alterssicherung einen wichtigen Beitrag für zukünftige politische Entscheidungen. So belegt ein von ihm entwickeltes Verhaltens­modell, dass die Verschiebung des gesetzlichen Rentenalters durch Rentenreformen eine wirksame Maßnahme zur Beeinflussung des individuellen Renteneintrittsalters darstellt. Die gesellschaft­liche Relevanz seiner Forschungs­ergebnisse sicherte ihm daher in diesem Jahr die Wahl in die „Top 40 unter 40“ des Magazins Capital in der Kategorie „Gesellschaft“.

    Mit der Auszeichnung bestätigt sich das herausragende Bild von Seibolds Forschung. In diesem Jahr erhielt er bereits vom Verein für Socialpolitik (VfS) den Schmölders-Preis 2023 für seine Arbeit zur Frage, durch welche Faktoren individuelle Rentenentscheidungen beeinflusst werden. Auch seine Dissertation zum Thema Alterssicherung war bereits ausgezeichnet worden: Für diese erhielt er 2019 den Forschungs­preis des Forschungs­netzwerks Alterssicherung der Deutschen Renten­versicherung. Zusätzlich wurde seine Forschung in den letzten drei Jahren von der Daimler und Benz Stiftung gefördert.

    Bevor Seibold 2018 seine Juniorprofessur an der Universität Mannheim antrat, promovierte er an der London School of Economics (LSE) und absolvierte einen Forschungs­aufenthalt an der University of California, Berkeley. Zuvor hatte er Volkswirtschafts­lehre an der LSE und der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. In seiner Forschung befasst er sich derzeit vor allem mit Themen der Rentenpolitik und Sozial­versicherung.
     

    Top 40 unter 40

    Seit 2007 präsentiert das Wirtschafts­magazin Capital jährlich „Deutschlands Wunderkinder“: jeweils 40 herausragende Talente unter 40 Jahren, die in Politik, Unternehmen, Management und Gesellschaft bereits Beachtliches leisten und denen noch eine große Karriere zugetraut wird. Jede Person kann bis zu drei Mal ausgezeichnet werden.


    Kontakt:

    Prof. Arthur Seibold, Ph.D.
    Juniorprofessur für Finanz­wissenschaft
    Abteilung Volkswirtschafts­lehre
    Universität Mannheim
    Tel. +49 621 181-1781
    E-Mail: seiboldmail-uni-mannheim.de

  • Erstes Mannheim Economics Alumni Symposium am 8. und 9. Dezember 2023

    Am 8. und 9. Dezember findet im Mannheimer Schloss auf Einladung der Abteilung Volkswirtschafts­lehre das erste Mannheim Economics Alumni Symposium statt. Es versammelt Volkswirtinnen und Volkswirte, die mit der Universität Mannheim verbunden sind. Unter den Teilnehmer*innen befinden sich nicht nur ehemalige Doktorand*innen, die aus Ländern wie Australien, den USA, Taiwan und zahlreichen europäischen Ländern anreisen, sondern auch Absolvent*innen der Bachelor- und Master­studien­gänge.

    Das Symposium bietet ein Forum für den Austausch zwischen den Alumni und den an der Abteilung Volkswirtschafts­lehre tätigen Wissenschaft­ler*innen. Die verschiedenen Sessions aus den Bereichen Mikroökonomie, Makroökonomie und angewandter Ökonometrie bieten Raum für intensive Diskussion und Vernetzung.

    Organisatoren:
    Philipp Ager (philipp.agermail-uni-mannheim.de)
    Arthur Seibold (seiboldmail-uni-mannheim.de)

    Programm

  • Schmölders-Preis 2023 für Prof. Arthur Seibold, Ph.D.

    Der Mannheimer Ökonom Prof. Arthur Seibold, Ph.D. ist mit dem Schmölders-Preis 2023 des Vereins für Socialpolitik (VfS) ausgezeichnet worden. In der prämierten Studie weist Seibold nach, dass Veränderungen der Regelaltersgrenze einen erheblichen Einfluss auf das tatsächliche Renteneintrittsalter haben.

    Der sozial­wissenschaft­liche Ausschuss des VfS zeichnete Seibold für seine Studie „Reference Points for Retirement Behavior: Evidence from German Pension Discontinuities“ (Referenzpunkte für Rentenentscheidungen: Evidenz aus Renten-Diskontinuitäten in Deutschland) aus. Seibold, Juniorprofessor für Finanz­wissenschaft an der Abteilung Volkswirtschafts­lehre, analysiert darin, welche Faktoren die Renteneintrittsentscheidung der Menschen bestimmen und nutzt dabei Daten der Gesetzlichen Renten­versicherung in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitnehmer­innen und Arbeitnehmer in deutlich stärkerem Maße bei Erreichen einer gesetzlichen Altersgrenze in den Ruhestand wechseln, als dies allein auf Grund der mit dieser Altersgrenze verbundenen finanz­iellen Anreize zu erwarten wäre. Das von Seibold entwickelte Verhaltens­modell belegt, dass die Verschiebung des gesetzlichen Rentenalters durch Rentenreformen eine wirksame Maßnahme zur Beeinflussung von Rentenentscheidungen darstellt.

    „Mit der Kombination aus verhaltens­ökonomischer Theorie, institutioneller Expertise und evidenz­basierter Wirkungs­analyse steht die Arbeit in bester Tradition des Schmölderschen Ansatzes einer verhaltens­orientierten Wirtschafts- und Gesellschafts­wissenschaft und zeigt überzeugend deren Potenziale für die finanz­wissenschaft­liche Forschung auf“, so die Begründung der Jury für Seibolds Auszeichnung.

    Der mit 3.000 Euro dotierte Preis der Schmölders-Stiftung wird von einer Fach­jury für einen in den vergangenen drei Jahren in einem Fach­journal veröffentlichten Aufsatz vergeben. Die Jury wird alternierend aus dem sozial­wissenschaft­lichen, finanz­wissenschaft­lichen und wirtschafts­historischen Ausschuss des VfS konstituiert.

    Der Verein für Socialpolitik ist die größte Vereinigung von Wirtschafts­forschenden im deutschsprachigen Raum. Zielsetzung des Vereins ist sowohl die Förderung der Wissenschaft im Bereich der wirtschafts- und sozialpolitischen Problemlösung als auch die internationale Kooperation der Fach­wissenschaft.

    Link zur Originalpublikation im American Economic Review.

    Kontakt:
    Prof. Arthur Seibold, Ph.D.
    Juniorprofessur für Finanz­wissenschaft
    Abteilung Volkswirtschafts­lehre
    Universität Mannheim
    Tel. +49 621 181-1781

  • CHE-Ranking 2023: Mannheimer Abteilung Volkswirtschafts­lehre schneidet bundes­weit unter allen öffentlichen Hochschulen erneut am besten ab

    VWL zählt bekanntermaßen zu den spannendsten Studien­fächern. Aber wo ist der beste Ort für ein VWL-Studium in Deutschland? Geht es nach der neuen Print-Ausgabe des ZEIT-Studien­führers und den darin wiedergegebenen Ergebnissen des CHE-Rankings 2023, liegt eine Antwort nahe: Mannheim!
     

    Denn im aktuellen Ranking des Centrums für Hochschul­entwicklung (CHE) ist die Abteilung Volkswirtschafts­lehre nach 2017 und 2020 zum dritten Mal in Folge überaus erfolgreich: Mit 9 ersten Platz­ierungen in den 20 gerankten Kriterien wird sie von keiner anderen öffentlichen Universität in Deutschland übertroffen. Zwar teilt sie sich diesen Platz mit einer anderen Hochschule, doch die Mannheimer Abteilung ist zudem in 17 der 20 Kriterien in der Spitzen­gruppe vertreten, gegenüber 16 Platz­ierungen des Mitbewerbers. Dabei sticht sie in Forschung und Lehre gleichermaßen heraus, insbesondere in den Kategorien Allgemeine Studien­situation, Studien­organisation, Unterstützung im Studium, Prüfungs­organisation, Bibliotheksausstattung, Räume, Lehr­angebot, Digitale Lehr­elemente und Forschungs­reputation.

    In den vom CHE begleitend durchgeführten anonymen Studierenden­befragungen haben nach Angaben des CHE 95,7 % der Studierenden die Möglichkeiten der individuellen Schwerpunktsetzung im Studium mit gut oder sehr gut bewertet, 97,9 % die Unterstützung und Beratung bei der Vorbereitung des Auslands­studiums, 96,8 % den Zustand und die technische Ausstattung der Hörsäle, 95,9 % die Qualität der Studien­organisation, und 95,6 % der Studierenden haben den Zugang zu den Lehr­veranstaltungen (keine Wartezeiten auf Plätze) mit gut oder sehr gut bewertet.

    Das CHE-Ranking ist das umfassendste und detaillierteste Ranking im deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr wird ein Drittel der Fächer neu untersucht. Neben Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung und Forschung umfasst das Ranking Urteile von Studierenden zu den Studien­bedingungen an ihrer Hochschule sowie Urteile von Professoren über die Forschungs­reputation der Fakultäten. Die Ergebnisse sind im Internet unter https://studiengaenge.zeit.de/ranking/results?fachId=27&abschlussart=3 verfügbar sowie nachzulesen in der aktuellen Print-Ausgabe des ZEIT-Studien­führers.

  • Prof. Dr. Jochen Streb mit dem Lehr­preis der Universität Mannheim ausgezeichnet

    Als Anerkennung für seine vorbildlichen Lehr­methoden und seinen Einsatz für die Studierenden hat Prof. Dr. Jochen Streb, seit 2011 Professor für Wirtschafts­geschichte an der Mannheimer Abteilung Volkswirtschafts­lehre, den Lehr­preis der Universität Mannheim 2023 erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm im Rahmen des Universitäts­tags am 16. Mai übergeben.
     

    Die Lehre des Preisträgers zeichnet sich durch eine besondere Herangehensweise aus, die auf Begeisterung bei seinen Studierenden stößt. So bietet er beispielsweise jedes Semester ein Seminar an, in dem die Studierenden nicht nur eine Hausarbeit schreiben und präsentieren, sondern zudem ein kritisches Koreferat über die Arbeit eines Kommilitonen oder einer Kommilitonin halten. Damit fördert Streb ihre Fähigkeit, einen offenen wissenschaft­lichen Diskurs zu führen.

    Zudem unterrichtet der Wirtschafts­historiker praxisnah und hält seine Lehr­konzepte stets aktuell, was auf positive Resonanz bei den Besucherinnen und Besuchern seiner Lehr­veranstaltungen stößt. Seine Begeisterung für die VWL überträgt sich auch auf die Studierenden. Diese schätzen an Strebs Lehre insbesondere, wie er ihre Lernaktivität, ihr kritisches Denken sowie ihre Reflexions­fähigkeit fördert. Im vergangenen Jahr hat der Professor daher auch bereits den Lehr­preis der Fach­schaft Volkswirtschafts­lehre erhalten. Mit diesem würdigten die VWL-Studierenden seinen vorbildlichen Einsatz in der Lehre.

  • Prof. Dr. Eckhard Janeba rückt an die Spitze des Wissenschaft­lichen Beirats beim Bundes­wirtschafts­ministerium

    Prof. Dr. Eckhard Janeba, Inhaber der Professur für VWL, Finanz­wissenschaft und Wirtschafts­politik, ist neuer Vorsitzender des Wissenschaft­lichen Beirats des Bundes­ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Der Beirat berät das Ministerium in der gesamten thematischen Breite wirtschafts­politischer Entscheidungen.
     

    Zu den wichtigsten Themen auf der Agenda des Beirats zählen neben der Umsetzung der Energiewende auch die Ausrichtung der Außen­wirtschafts­politik in der neuen geopolitischen Weltlage, die finanz­ielle Nachhaltigkeit der sozialen Sicherungs­systeme, der Klimaschutz und die Gestaltung des Wettbewerbs im digitalen Zeitalter.

    „Viele Politikfragen sind heute komplexer und berühren zudem verschiedene Ministerien. Beispielsweise hat die CO2-Bepreisung einerseits Effekte auf den Klimawandel, aber andererseits auch sozial- und industriepolitische Aus­wirkungen. Dies im Auge zu behalten und in die Beratung einfließen zu lassen, ist uns wichtig“, kommentiert der Wirtschafts­experte Janeba.


    Zur Person:

    Prof. Dr. Eckhard Janeba ist seit 2004 Professor für Volkswirtschafts­lehre an der Universität Mannheim. Seine bevorzugten Forschungs­gebiete sind Finanz­wissenschaft und Außen­handel. Insbesondere interessiert er sich für die Aus­wirkungen der Globalisierung auf staatliches Handeln. Er hat grundlegende Arbeiten zur Theorie des Steuerwettbewerbs geschrieben und beschäftigt sich aktuell mit Fiskalregeln wie der Schuldenbremse und dem europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt.


    Zum Wissenschaft­lichen Beirat:

    Dem Wissenschaft­lichen Beirat gehören 41 Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler an. Das Gremium ist unabhängig vom BMWK und veröffentlicht regelmäßig Gutachten. Im Februar hat es einen Bericht zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie veröffentlicht, der sich mit grünen Leitmärkten und Klimaschutz­verträgen befasst. Der Beirat tagt fünf Mal im Jahr und berät sich zu selbstgewählten Themen. Die Ergebnisse der Beratungen werden anschließend in Form von Gutachten veröffentlicht.


    Kontakt:

    Prof. Dr. Eckhard Janeba
    Professur für Finanz­wissenschaft und Wirtschafts­politik
    Universität Mannheim
    Tel: +49 621 181-1796
    E-Mail: eckhard.janebamail-uni-mannheim.de
     

  • Ringvorlesung im Frühjahrssemester 2023 beginnt am 29. März

    Am Mittwoch, dem 29. März, beginnt die von der Fach­schaft VWL organisierte Ringvorlesung des Frühjahrssemesters 2023. Sie steht in diesem Semester unter dem Motto „Lobbyismus und politische Interessenvertretung“. Die Vorträge finden in Präsenz im Hörsaal SN 163 oder SN 169 statt. Studierende aller Fakultäten sowie externe Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.

  • StudyCheck Award 2023: Uni Mannheim ist die beliebteste Universität in Deutschland

    Die Studierenden sind mit der Universität Mannheim sehr zufrieden. Keine andere Universität wurde im vergangenen Jahr auf dem Online-Portal StudyCheck so gut bewertet wie die Universität Mannheim. Dafür erhielt sie die Auszeichnung „Beliebteste Universität“ beim StudyCheck Award 2023.

    Für das Ranking verglich das Portal alle im Kalenderjahr 2022 dort von Studierenden veröffentlichten Bewertungen ihres jeweiligen Studien­gangs. Die Universität Mannheim erreicht im Ranking einen Score-Wert von 9,12/10 und ist damit die am besten bewertete Universität. Im Gesamtranking aller Universitäten und Hochschulen in Deutschland schneidet nur die Hochschule Hof noch besser ab.

    Knapp 80.000 Bewertungen von Studierenden aus dem Jahr 2022 sind insgesamt für das Ranking ausgewertet worden. 350 Bewertungen haben Mannheimer Studentinnen und Studenten abgegeben. 98 Prozent von ihnen empfehlen ihr Studium an der Uni Mannheim weiter.

    „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung, weil sie das Ergebnis eines sehr ehrlichen Rankings ist“, sagt Uni-Rektor Prof. Dr. Thomas Puhl. „Bei StudyCheck beschreiben und bewerten Studierende ihren Studien­gang am jeweiligen Studien­ort und geben damit Studien­interessierten einen Einblick, wie das Studium wirklich ist. Dass unsere Studien­gänge so gut bewertet werden, zeigt, dass wir ein gutes Angebot machen, und es ist uns Ansporn, dieses Niveau in der Lehre nicht nur zu halten, sondern kontinuierlich zu verbessern.“

    StudyCheck ist ein 2013 gegründetes Online-Portal, auf dem Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen Erfahrungs­berichte zu ihrem Studium veröffentlichen können. Der StudyCheck Award wird seit 2015 verliehen. Über die Platz­ierung der einzelnen Hochschulen und Universitäten entscheidet dabei der sogenannte Score-Wert, der durch die Sterne­bewertung sowie die Weiterempfehlungs­rate der Studierenden gebildet wird.

    Link zum Gesamtranking: https://www.studycheck.de/hochschulranking

  • Prof. Michèle Tertilt, Ph.D. zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ernannt

    Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Prof. Michèle Tertilt, Ph.D., Professorin für Volkswirtschafts­lehre an der Universität Mannheim, zu ihrem Mitglied für die Sektion „Ökonomik und Empirische Sozial­wissenschaften“ ernannt. Die Wahl in einem mehrstufigen Verfahren gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Wissenschaft­ler und Wissenschaft­lerinnen. Kriterium für die Aufnahme sind herausragende wissenschaft­liche Leistungen. „Die Berufung als Mitglied in die Leopoldina ist eine große Ehre. Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit in Wissenschaft und Politik­beratung“, sagt Tertilt über die Auszeichnung.

    Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, gegründet 1652, ist eine der ältesten Wissenschafts­akademien der Welt. Mit ihren rund 1.500 Mitgliedern vereint sie hervorragende Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern. Als Nationalakademie vertritt die Leopoldina die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und nimmt zu wissenschaft­lichen Grundlagen politischer und gesellschaft­licher Fragen unabhängig Stellung.

    Prof. Michèle Tertilt, Ph.D., hat 13 Jahre in den USA geforscht. Nach dem Studium in Bielefeld promovierte sie an der University of Minnesota. Es folgte eine Assistenz-Professur an der Stanford University, bevor sie den Ruf nach Mannheim annahm. Seit 2010 ist sie VWL-Professorin an der Universität Mannheim. 2013 wurde Tertilt – als erster in Deutschland lehr­ender Wissenschaft­ler überhaupt – in das Herausgebergremium des Review of Economic Studies berufen, eine der fünf führenden Zeitschriften der gesamten Wirtschafts­wissenschaften weltweit. Im gleichen Jahr bekam sie als erste Frau den angesehenen Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik. Für ihr Projekt Gender Differences: A Macroeconomic Perspective erhielt sie 2012 einen Starting Grant des Europäischen Forschungs­rates ERC. 2017 erhielt Tertilt als zweite deutsche Wissenschaft­lerin den Yrjö Jahnsson Award, eine Ehrung der besten europäischen Ökonominnen und Ökonomen, sowie 2019 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Makro- und Entwicklungs­ökonomie sowie der Familienökonomie und Finanz­wissenschaft.
     

    Kontakt:

    Prof. Michèle Tertilt, Ph.D.
    Universität Mannheim
    Tel. +49-621-181-1902
    E-Mail: tertiltmail-uni-mannheim.de

News aus dem Jahr 2022

  • Abteilung VWL schreibt 4 Juniorprofessuren zum Herbst 2023 aus

    Mit der Ausschreibung von gleich vier Juniorprofessuren ist die Abteilung VWL beim diesjährigen internationalen Job­markt für exzellenten wissenschaft­lichen Nachwuchs auf dem Gebiet der Volkswirtschafts­lehre vertreten. Dabei schreiben alle namhaften Institutionen im Herbst jedes Jahres gleichzeitig ihre im folgenden Jahr zu besetzenden Stellen aus, auch die späteren Interviews und Stellenangebote erfolgen weitgehend parallel.

    Die Mannheimer VWL beteiligt sich in diesem Jahr mit der regulär in 2023 wiederzubesetzenden Juniorprofessur für Theoretische Finanz­wissenschaft sowie zusätzlich drei Juniorprofessuren auf dem Gebiet der Makroökonomie. Die makro­ökonomischen Professuren werden dabei als vorgezogene Wiederbesetzungen erst später freiwerdender Stellen realisiert. Dadurch erhöht sich temporär die Zahl der an der Abteilung tätigen Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren. Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus eingeworbenen Drittmitteln sowie für diesen Zweck angesparten Haushalts­mitteln.

    „Wir freuen uns, dass wir durch den Einsatz zusätzlicher Finanz­mittel im kommenden Jahr drei weiteren international herausragenden Nachwuchsökonominnen und -ökonomen eine Chance geben können“, erklärt Prof. Klaus Adam, Ph.D., Sprecher der Abteilung Volkswirtschafts­lehre und Dekan der gemeinsamen Fakultät mit den Rechts­wissenschaften. „Durch die drei Juniorprofessuren, von denen eine im Bereich der Monetary Economics besetzt werden soll, erfährt das wichtige Gebiet der Makroökonomie eine zusätzliche Stärkung. Davon werden sowohl Forschung als auch Lehre in Mannheim profitieren.“

    Kontakt:
    Prof. Klaus Adam, Ph.D.
    Abteilungs­sprecher und Dekan
    Universität Mannheim
    Abteilung Volkswirtschafts­lehre
    E-Mail: dekanatmail-vwl.uni-mannheim.de

  • Ringvorlesung im Herbstsemester 2022 beginnt am 11. Oktober

    Am Mittwoch, dem 11. Oktober, beginnt die von der Fach­schaft VWL organisierte Ringvorlesung des Herbstsemesters 2022. Sie steht in diesem Semester unter dem Motto „Economics of war and crisis“. Die Vorträge finden vor Ort oder über Zoom statt. Studierende aller Fakultäten sowie externe Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.

  • Prof. Klaus Adam, Ph.D. zum Dekan der Fakultät für Rechts­wissenschaft und Volkswirtschafts­lehre gewählt

    Der Fakultäts­rat der Fakultät für Rechts­wissenschaft und Volkswirtschafts­lehre hat auf seiner Sitzung am 14. September Prof. Klaus Adam, Ph.D. zum neuen Dekan der Fakultät gewählt. Seine Stellvertreterin ist die bisherige Dekanin, Prof. Dr. Nadine Klass, LL.M. Komplettiert wird der neue Fakultäts­vorstand durch den Prodekan als Studien­dekan, Prof. Dr. Mark Makowsky, sowie den weiteren Prodekan, Prof. Ulrich J. Wagner, Ph.D.

    Prof. Klaus Adam, Ph.D. ist bereits seit 1. August zugleich neuer Sprecher der Abteilung Volkswirtschafts­lehre.

  • Dr. Andreas Gerster erhält Deutschen Wirtschafts­preis für Nachwuchs­wissenschaft­ler der Joachim Herz Stiftung

    Für seine Arbeit „Energy Tax Exemptions and Industrial Production“ wurde Dr. Andreas Gerster, Vertretungs­professor am Lehr­stuhl für Quantitative Ökonomik der Universität Mannheim, mit dem ersten Platz des Deutschen Wirtschafts­preises in der Kategorie „Beste Beiträge von Nachwuchs­wissenschaft­lern“ ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Joachim Herz Stiftung ausgelobt und ist mit 25.000 Euro dotiert.

    Gemeinsam mit Co-Autor Stefan Lamp, Ph.D., Postdoktorand an der Universidad Carlos III de Madrid, untersucht Dr. Andreas Gerster, welche Effekte es hat, wenn stromintensive Betriebe im verarbeitenden Gewerbe von der EEG-Umlage befreit werden. Dabei richten sie ihren Fokus auf zwei Hauptaspekte: den Stromverbrauch der Unternehmen sowie deren Wettbewerbs­fähigkeit. Bezüglich des Stromverbrauchs beobachten die Wissenschaft­ler einen nachteiligen Effekt, da die von der Energiesteuer befreiten Unternehmen ihren Verbrauch deutlich erhöhen. Außerdem vergleichen Gerster und Lamp zwei Ausgestaltungen der Regelung: Wenn Unternehmen Anreize dafür geboten werden, einen Schwellenwert zu erreichen, der sie zur Befreiung berechtigt, verbrauchen sie bewusst mehr Strom, als wenn keine solchen Anreize geboten werden. Die Wettbewerbs­fähigkeit wurde anhand der Faktoren Beschäftigung, Umsatz und Export gemessen – hier weisen Gerster und Lamp keine signifikanten Effekte nach. Da eine Verbesserung der Wettbewerbs­fähigkeit das Ziel der Energiesteuerbefreiung ist, zweifeln die Forscher deren Notwendigkeit in ihrer bisherigen Form an.

    Die Joachim Herz Stiftung würdigt das Projekt als einen wichtigen Beitrag, die Befreiung von der EEG-Umlage umwelt­gerecht auszugestalten. Alle zwei Jahre zeichnet sie herausragende interdisziplinäre Forschungs­beiträge in den Wirtschafts­wissenschaften mit dem Deutschen Wirtschafts­preis aus. Er wird in den Kategorien „Bestes Forschungs­werk eines etablierten Wissenschaft­lers“ sowie „Beste Beiträge von Nachwuchs­wissenschaft­lern“ vergeben und ist der höchstdotierte Preis für Wirtschafts­wissenschaften in Deutschland. „Das ist eine tolle Anerkennung für unsere Arbeit. Es ermutigt uns, mit der Forschung weiterzumachen – auch wenn es manchmal anstrengend war“, freut sich Dr. Gerster über den Preis.

    Weitere Informationen sind verfügbar unter: https://www.joachim-herz-stiftung.de/was-wir-tun/wirtschaft-verstehen-gestalten/wirtschaftswissenschaften-querdenken/wirtschaftspreis/

     

    Kontakt:
    Dr. Andreas Gerster
    Lehr­stuhl­vertreter
    Universität Mannheim
    Abteilung Volkswirtschafts­lehre
    Lehr­stuhl für VWL, Quantitative Ökonomik
    E-Mail: gerstermail-uni-mannheim.de
    Telefon: 0621 181–1791

  • Neue Studie: Die Aufnahme von Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg erhöhte das deutsche Pro-Kopf-Einkommen und die Löhne

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Millionen von Flüchtlingen nach Westdeutschland vertrieben. Zu dieser Zeit war Deutschland in vier alliierte Besatzungs­zonen aufgeteilt. Da die französische Besatzungs­zone den Zugang von Heimatvertriebenen beschränkte, ließen sich die meisten in der britischen, amerikanischen und sowjetischen Besatzungs­zone nieder.

    Die Folgen sind deutlich zu sehen, wenn man die Gemeinden an der ehemaligen Grenze zwischen der französischen und der amerikanischen Besatzungs­zone im heutigen Bundes­land Baden-Württemberg vergleicht. Im Jahr 1950 gab es in den Gemeinden auf der ehemaligen amerikanischen Seite der Grenze viel mehr Flüchtlinge und eine um 20 Prozent höhere Bevölkerungs­dichte. Vor der Ankunft der Heimatvertriebenen hatte es dagegen keine Unterschiede in der Bevölkerungs­dichte gegeben. Auch in anderen sozio­ökonomischen Merkmalen unterschieden sich die Gemeinden auf der gegenüberliegenden Seite der Grenze nicht.

    Welche wirtschaft­lichen Folgen hatte der Zuzug von Heimatvertriebenen auf lange Sicht? Eine neue Studie vergleicht die wirtschaft­liche Entwicklung von Gemeinden auf gegenüberliegenden Seiten der ehemaligen Grenze in den 75 Jahren seit der Ankunft der Flüchtlinge.

    Die Studie der Wirtschafts­wissenschaft­ler Prof. Dr. Antonio Ciccone (Universität Mannheim) und Prof. Dr. Jan Sebastian Nimczik (ESMT Berlin) konzentriert sich auf die Aus­wirkungen der historischen Flüchtlingsaufnahme auf die heutige Produktivität, Löhne, Einkommen, Mieten und Bevölkerungs­dichte. Sie dokumentiert, dass die Bevölkerungs­dichte in den Gemeinden auf der ehemaligen US-Seite auch im Jahr 2020 noch höher ist. Gleichzeitig haben die Gemeinden auf der ehemaligen US-Seite heute ein höheres Pro-Kopf-Einkommen, eine höhere Produktivität und höhere Löhne, bei gleichzeitig höheren Mieten.

    Mit der Ankunft der Heimatvertriebenen auf der US-Seite der ehemaligen Grenze stiegen das Pro-Kopf-Einkommen und die Produktivität langfristig um etwa 13 Prozent und die Löhne um etwa 10 Prozent. Es dauerte jedoch mehrere Jahrzehnte, bis sich der wirtschaft­liche Vorteil der Gemeinden auf der US-Seite der ehemaligen Grenze herauskristallisierte.

    Prof. Nimczik erläutert: „Kriege, landes­interne Konflikte, wirtschaft­licher Zusammenbruch und der Klimawandel verursachen auch heute noch massive Flüchtlingsbewegungen. Natürlich müssen humanitäre Erwägungen die Hauptmotivation für die Maßnahmen zur Unterstützung von Flüchtlingen sein. Aber auch die wirtschaft­lichen Kosten und Nutzen haben schon immer eine Rolle gespielt. Die öffentliche Debatte in den potenziellen Aufnahmeländern konzentriert sich meist auf die kurz- und mittelfristige Perspektive. Der Fall der Heimatvertriebenen in Deutschland zeigt, dass auch der längerfristige, wirtschaft­liche Nutzen beträchtlich sein kann.“

    Prof. Ciccone ergänzt: „Die Heimatvertriebenen wurden in Westdeutschland nicht überall willkommen geheißen oder als Gleichberechtigte behandelt. Es dauerte Jahrzehnte, bis sie allgemein akzeptiert und integriert wurden. Die wirtschaft­lichen Vorteile, die Gemeinden heute durch die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen haben, haben sich erst nach und nach eingestellt. Sie wären zum Zeitpunkt der Aufnahme der Flüchtlinge oder in den ersten Jahrzehnten nach ihrer Ankunft nicht erkennbar gewesen. Letztendlich scheinen die wirtschaft­lichen Aus­wirkungen jedoch erheblich gewesen zu sein. Die für unsere Studie erforderlichen Daten sind erst seit kurzem nutzbar, dank der Open-Data-Strategie der Statistischen Ämter. Es bleibt zu hoffen, dass die Daten zur längerfristigen Bewertung anderer Flüchtlingsbewegungen in jüngerer Zeit in Zukunft ebenfalls zur Verfügung gestellt werden.“

    Link zur Publikation

    SWR2-Podcast zur Publikation

    Video zur Publikation:

    Kontakt:
    Prof. Dr. Antonio Ciccone
    Universität Mannheim
    Abteilung Volkswirtschafts­lehre
    L7, 3–5
    68161 Mannheim

    E-Mail: antonio.cicconemail-uni-mannheim.de

  • Ringvorlesung im Frühjahrssemester 2022 beginnt am 15. März

    Am Mittwoch, dem 15. März, beginnt die von der Fach­schaft VWL organisierte Ringvorlesung des Frühjahrssemesters 2022. Sie steht in diesem Semester unter dem Motto „Economics, Politics, and the Media“. Die Vorträge finden vor Ort oder über Zoom statt. Studierende aller Fakultäten sowie externe Gäste sind zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen.

  • Prof. Ulrich Wagner, Ph.D. übernimmt das Amt des Stellvertretenden Abteilungs­sprechers sowie des Studien­dekans

    Am 1. Februar 2022 hat Prof. Ulrich Wagner, Ph.D. von seinem Vorgänger Prof. Dr. Markus Frölich das Amt des Stellvertretenden Abteilungs­sprechers sowie das Amt des Studien­dekans für das Bachelor­studium und das Master­studium in den Studien­richtungen Economics sowie Competition and Regulation Economics übernommen. Darüber hinaus ist er neuer Vorsitzender des Prüfungs­ausschusses für den Master­studien­gang, und er übernimmt die Funktion des Auslands­beauftragten sowie auf Fakultäts­ebene das Amt des Prodekans, der Studiedekan ist.

     

  • Prof. Michèle Tertilt, Ph.D. unter den 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft 2021

    Das Manager Magazin zeichnet die Mannheimer Ökonomin in der Kategorie „Wegbereiterinnen“ aus.

      
    Ob als Managerinnen, Unternehmerinnen oder Beraterinnen – einmal im Jahr ehren die Boston Consulting Group und das Manager Magazin die 100 einflussreichsten Frauen, die sich im Vorjahr um die deutsche Wirtschaft verdient gemacht haben. In 2021 gehört dazu die Mannheimer Wirtschafts­wissenschaft­lerin Prof. Michèle Tertilt, Ph.D.

    „Die Professorin an der Universität Mannheim und Trägerin höchster wissenschaft­licher Auszeichnungen erforscht so klug wie beharrlich die Aus­wirkungen von Geschlechterrollen und Familienstrukturen auf Wirtschafts­wachstum, Investitionen in Humankapital und wirtschaft­liche Entwicklung. Das Ehegattensplitting will sie abschaffen, bei Frauenquoten bleibt sie skeptisch“, begründet die Jury.

    Seit 2015 präsentiert das Manager Magazin die Top 100 der Frauen in seiner jeweils ersten Jahresausgabe. Dabei werden die Kandidatinnen unterschiedlicher Branchen nicht aufgrund formaler Ämter, sondern anhand ihres realen Einflusses ausgewählt. Neben Unternehmerinnen gehören dazu unter anderem Managerinnen, Aufsichtsrätinnen, Expatriates (deutsche Managerinnen im Ausland) und Influencerinnen.

    In ihrer Forschung beschäftigt sich Michèle Tertilt mit Makro- und Entwicklungs­ökonomie sowie Familienökonomie und Themen der Finanz­wissenschaft. Seit 2010 ist sie VWL-Professorin an der Universität Mannheim. 2019 wurde sie für ihre herausragenden Beiträge zur Forschung mit dem renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet.


    Kontakt:
    Prof. Michèle Tertilt, Ph.D.
    Universität Mannheim
    Tel. +49-621-181-1902
    E-Mail: tertiltmail-uni-mannheim.de

  • Dr. Cornelius Schneider erhält Förderung des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD)

    Der Mannheimer VWL-Postdoktorand hat sich erfolgreich für das prestigeträchtige „Postdoctoral Researchers International Mobility Experience“ (PRIME)-Programm des DAAD beworben.


    In seiner Forschung beschäftigt sich Schneider, der Mitarbeiter von Prof. Dr. Wladislaw Mill ist, mit Fragen der optimalen Besteuerung und der öffentlichen Finanzen, insbesondere unter Verwendung von Methoden der experimentellen und Verhaltensökonomie. Die Förderung des DAAD erhält Schneider für sein aktuelles Forschungs­projekt, in dem er die potenziell positiven Aus­wirkungen von Steuerhinterziehungs­möglichkeiten untersucht.

    Derzeit absolviert Schneider den für das PRIME-Programm obligatorischen Auslands­aufenthalt am Norwegian Centre for Taxation (NoCeT) der Norwegian School of Economics (NHH), einer ENGAGE.EU-Partner­universität der Universität Mannheim.

    Schneider ist einer von 11 Fellows, der in der Kategorie Sozial- und Geistes­wissenschaften vom DAAD gefördert wird. Eine Liste aller aktuell Geförderten finden Sie unter https://www.daad.de/de/studieren-und-forschen-in-deutschland/stipendien-finden/prime/prime-fellows-202021/

      
    Über das PRIME-Programm:

    Seit 2014 unterstützt der DAAD mit dem Förder­programm „Postdoctoral Researchers International Mobility Experience“ (PRIME) die internationale Mobilität in der Postdoktoranden­phase durch befristete Stellen an deutschen Hochschulen anstelle traditioneller Stipendien. Die Förderung umfasst eine 12-monatige Auslands­phase und eine sechsmonatige Integrations­phase an einer deutschen Hochschule, an der die Geförderten über den gesamten Förderzeitraum als Postdoktoranden angestellt sind. Finanz­iert wird PRIME mit Mitteln des Bundes­ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Europäischen Union (FP7/Marie Curie Actions/COFUND).