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Lehr­stuhl für Wirtschafts­theorie

Prof. Dr. Thomas Tröger

Prof. Dr. Thomas Tröger

Professor Dr. Thomas Tröger forscht und lehrt seit 2010 an der Abteilung Volkswirtschafts­lehre der Universität Mannheim. Er studierte Mathematik in Darmstadt und Karlsruhe und promovierte in Volkswirtschafts­lehre an der Universität Bonn. Nach zwei Jahren als PostDoc am University College, London (Großbritannien), wurde er an der University of California at Santa Barbara (USA) zum Assistant Professor of Economics ernannt. Er kehrte zunächst nach Bonn zurück und arbeitete dann als Associate Professor an der Universität Bern (Schweiz).

Seine Forschungs­interessen liegen vor allem in den Bereichen:

  • Spieltheorie
  • Mikroökonomie
  • Was ist Spieltheorie?

    Grundbaustein der Sozial­wissenschaften

    Die Spieltheorie ist ein Grundbaustein der Sozial­wissenschaften. Konflikt und Kooperation werden in mathematischen Modellen unter einer einfachen Annahme erfasst: dass Entscheider – seien es Personen, Firmen oder Länder – Einschätzungen über die relativen Häufigkeiten von Ereignissen in ihrer Umgebung bilden und, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Präferenzen, auf Anreize reagieren. Dieser Ansatz ist extrem effektiv und berührt unzählige Phänomene in den Sphären des Ökonomischen, des Sozialen, des Politischen und des Privaten: wenn Konsumenten Markenware kaufen, um ihren Status zu signalisieren, haben Firmen Anreize, in bestimmte Formen von Werbung zu investieren, möglicherweise auf Kosten von qualitätsverbessernden Investitionen; ein Arzt, der an einem gesetzlich versicherten Patienten weniger verdient, hat Anreize, Privatpatienten bevorzugt zu behandeln; da ein ungeduldiger Verhandlungs­partner eher nachgeben wird als ein geduldiger, hat jeder Verhandlungs­partner den Anreiz, geduldig zu erscheinen, und das bedeutet, dass in Verhandlungen oft der Schein trügt; Wähler haben den Anreiz, den meistgeschätzten Kandidaten nicht zu wählen, wenn sie glauben, dass dieser keine Gewinn­chance hat, was bedeutet, dass der meistgeschätzte Kandidat unter Umständen die Wahl verliert; ein Politiker in einer Demokratie hat Anreize, dem aktuellen Wählerwillen zu folgen, auch wenn dies bedeutet, dass im politischen Wettbewerb langfristige Wohlfahrtsüberlegungen eine untergeordnete Rolle spielen. Die Liste der Beispiele könnte endlos fortgesetzt werden.

    Praktisches Entscheidungs­werkzeug

    Ein gutes Verständnis von Spieltheorie ist wichtig für praktisches Entscheidungs­verhalten und kann deshalb ein schlagkräftiges Werkzeug an jedem Arbeits­platz sein. Gleichzeitig nützt die Spieltheorie all denjenigen, die Entscheidungs­umfelder oder Institutionen strukturieren, um sinnvolle Anreize zu schaffen und gute Ergebnisse zu erzielen; das betrifft insbesondere Manager, Regulierungs­behörden, und Abgeordnete.

    Junge Wissenschaft

    Die Spieltheorie ist eine junge Wissenschaft. Sie ist erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden. Viele Fragen werden im gegenwärtigen wissenschaft­lichen Diskurs debattiert und neue Fragen werden stetig aufgeworfen. Ein Zweig der aktuellen Forschung fragt, in welchem Ausmaß Entscheider sich systematisch nicht-rational verhalten und inwiefern dies durch andere Entscheider ausgenutzt werden kann. Zum Beispiel könnten Firmen Anreize haben, die Wahrnehmung ihrer Kunden systematisch zu steuern oder deren kurzsichtiges Konsumverhalten auszunutzen.

    Unsere Entscheidungs­umfelder verändern sich ständig und manchmal dramatisch. Zum Beispiel hat sich durch die Entwicklung des Internets die Entstehung und Verteilung von Information umfassend verändert – Internetsuchmaschinen bilden Konsumentenprofile, Preisvergleichsportale und Kunden­rezensionen erzeugen transparenten Wettbewerb, politische Revolutionen entstehen dezentral in sozialen Netzwerken. So sind neue Kooperations­möglichkeiten entstanden, aber auch neue Konflikte, welche neue Strategien und Lösungen erfordern. Dabei sind spieltheoretische Modelle unverzichtbar.

    Interessiert?

    Spieltheoretische Methoden erstrecken sich über viele Kurse unseres Bachelor­programms, und ein spezieller Kurs zur Spieltheorie wird regelmäßig angeboten. Für die oder den interessierten Laien ist Game Theory. A Very Short Introduction von Ken Binmore eine wunderbare Nachttischlektüre. Dieses nette Video ist eine Einführung für Schüler.

  • Lehre

    Die Unterlagen zu meinen Vorlesungen sind auf ILIAS zu finden.

  • Bachelor­arbeiten