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Photo credit: Anna Logue

Neuer Sonderforschungsbereich / Transregio etabliert

Die Abteilung Volkswirtschaftslehre und der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Bonn etablieren einen neuen Sonderforschungsbereich/Transregio. Die DFG fördert die Forschung zu gesellschaftlichen Herausforderungen aus ökonomischer Perspektive mit zunächst rund neun Millionen Euro.

Wie lässt sich Chancengleichheit fördern? Wie sollten Märkte angesichts der Internationalisierung und Digitalisierung reguliert werden? Wie kann ein stabiles Finanzsystem gestaltet werden? Ein neuer Sonderforschungsbereich/Transregio unter Beteiligung der Universitäten Bonn und Mannheim wird Antworten auf diese Fragen geben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Forschungsprogramm in den nächsten vier Jahren mit rund neun Millionen Euro.
„Heute ist ein erfolgreicher Tag für die Universität. Ich freue mich, dass wir gleich zwei Förderzusagen bekommen haben. Dies ist einzigartig in der Geschichte der Universität Mannheim. Neben der Verlängerung des SFB 884 haben wir auch den Zuschlag für einen neuen Sonderforschungsbereich in den Wirtschaftswissenschaften mit der Universität Bonn erhalten. Damit sind die Mannheimer Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler ihrem Ziel, unter die Top 10 der weltweit führenden Forschungseinrichtungen zu gehören, einen schönen Schritt näher gekommen“, sagt Rektor Prof. Dr. Ernst-Ludwig von Thadden.

Der neue Sonderforschungsbereich SFB/TR 224 „Ökonomische Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen: Chancengleichheit, Marktregulierung und Finanzmarktstabilität“ umfasst drei Säulen. Im Zentrum der ersten Säule stehen Familien- und Bildungspolitik. Die Wissenschaftler wollen untersuchen, welche Maßnahmen die Chancengleichheit fördern, indem sie den Einfluss von Geschlecht und sozioökonomischem Hintergrund auf individuelle Fähigkeiten verringern.
Um Marktregulierung vor dem Hintergrund von Internationalisierung und Digitalisierung geht es in der zweiten Säule. Neben dem Beheben von Ineffizienzen stehen Ziele wie Schutz von Konsumenten, Sicherung des Zugangs bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zu bestimmten Produkten oder Dienstleistungen und die Verringerung von Umweltschäden im Mittelpunkt. Ein Beispiel ist die empirische Bewertung von konkreten Maßnahmen zur Umsetzung von Klimazielen.
Die dritte Säule des neuen SFBs befasst sich mit der Regulierung von Finanzmärkten. Speziell geht es um die Wechselwirkungen zwischen individuellen Finanzentscheidungen, systemischen Risiken und staatlichen Eingriffen in diese Märkte. Die Wissenschaftler untersuchen beispielsweise, inwieweit die Regulierung von bestimmten Finanzmärkten zu einer Verlagerung von Aktivitäten und damit von Risiken in weniger regulierte Bereiche führt.

„Auf der Basis des breiten Methodenspektrums der theoretischen und empirischen Wirtschaftsforschung entwickelt der SFB neue institutionelle Lösungen und Politikmaßnahmen“, sagt der SFB-Sprecher und Professor für Mathematische Ökonomie Dr. Sven Rady vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Bonn. „Die beiden Standorte Bonn und Mannheim ergänzen sich hervorragend und ermöglichen eine international sichtbare Forschung, mit der die Volkswirtschaftslehre als Sozialwissenschaft in den Blick rückt, die zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt“, ergänzt Prof. Dr. Martin Peitz, stellvertretender Sprecher des SFB und Inhaber der Professur für Angewandte Ökonomik an der Mannheimer Abteilung Volkswirtschaftslehre.

Sonderforschungsbereiche sind langfristige, auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, die jeweils eine Förderung über vier Jahre erhalten. Sie ermöglichen die gemeinsame Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und aufwendiger Forschungsvorhaben. Sie dienen der institutionellen Schwerpunkt- und Strukturbildung und bestehen aus einer Vielzahl von Teilprojekten.


Kontakt: 
Prof. Dr. Martin Peitz
Abteilung Volkswirtschaftslehre
Universität Mannheim
Tel.+49 621 181-1835
E-Mail: martin.peitz(at)gmail.com

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